KUNSTTHERAPIE MIT LEBENS­BEDROHLICH ERKRANKTEN KINDERN


KUNSTTHERAPIE mit lebensbedrohlich erkrankten Kindern ist vor allem eine Möglichkeit des »Selbstbestimmten Handelns«

als Kunstpsychotherapeutin arbeite ich seit 2011 in der Charité Campus Virchow – Klinikum, Kinderklinik m.S. Onkologie / Hämatologie auf der KMT Station 39 i und weiß, dass diese schwere Situation bei den Eltern und deren Kinder einen gewaltigen Einschnitt in ihr alltägliches Leben bedeutet. Wieder muss das Kind/ Jugendlicher erneut für eine bestimmte Zeit in der Klinik leben. Von einem Moment zum anderen verändert sich die gesamte Lebenssituation. Die Patienten werden aus ihrer vertrauten häuslichen Umgebung, der Klassen-, Kindergarten-, oder Spielgemeinschaft heraus gerissen.

Man kann davon ausgehen, dass jedes Kind/Jugendlicher Ängste in dieser Lebenssituation entwickelt, gleichermaßen aber auch über Kräfte verfügt, diese zu meistern.

In Folge der medizinischen Behandlungen befindet es/er sich in einer Situation, in der die Patienten viele Dinge nicht selbst bestimmt tun können. Durch den Verlust eigener Autonomie in Folge der medizinischen Therapien befinden sie sich oft – in einem Spannungsverhältnis von: Ohnmachtsgefühlen und der Tatsache die innere und äußere Situation nicht verändern zu können.

Diese abhängige Situation des Patienten kommt einer Enteignung des eigenen Körpers gleich, der von anderen Menschen überwacht wird und so zu einem kontrollierten Objekt wird.

Die Patienten sind einer Reihe von Verlusten und beängstigenden krankheitsbedingten Erlebnissen ausgesetzt.


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In welcher Form kann das kunsttherapeutische Angebot in der besonderen krisenhaften Lebenssituation stützen und begleiten.

In der Zeit der stationären Aufenthalte und während der manchmal anschließenden Hausbesuche ergeben sich Möglichkeiten:

  • Gefühle, Stimmungen und im Verlauf der Behandlung entstehende Ängste symbolisch auszudrücken. Häufig leiden die Patienten unter Trennungs- bzw. Verlustängsten.
  • Durch das Arbeiten mit den künstlerischen Materialien kann das Kind/ Jugendlicher ein Gefühl erleben, selbst bestimmt handeln zu können, und ein Gefühl der Kontrolle über die oft als »unkontrollierbar erlebten äußeren Einflüsse« kann gestärkt werden.
  • Ebenso können die Patienten die Erfahrung machen, dass sich Ängste und Gefühle von Hilflosigkeit vermindern.
  • Viele Kinder/Jugendliche erleichtert es auch die Dauerstresssituation, die die Krankheitsbedrohung bedeutet, zu bewältigen.

Welche Ressourcen geben im kunsttherapeutischen Prozess Orientierung und Hilfe?

Das selbstbestimmte Handeln

  • im Kunst – Machen – selbst können alle verfügbaren Ich – Anteile mobilisiert werden,
  • in den Bildern können Formen des Selbstausdrucks gefunden werden, die ihre besondere Bedeutung im »Hineinlegen« oder »Übertragen« von vielfältigen inneren Nöten, regressiven Wünschen/ Versorgt – sein – wollen, Ängsten und anderen seelischen Bedrängnissen gewinnen.
  • eine natürliche Neugier auf angebotene Materialien und Lust zum künstlerischen Gestalten unterstützen oft als Entlastungsquelle von Gefühlen, wie Wut, Trauer, bedrohlichen Empfindungen oder Verlassenheitsängsten, die nicht verbal ausgedrückt werden können. 

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Meine Rolle als Kunsttherapeutin in der Begleitung eines lebensbedrohlich erkrankten Kindes

sehe ich vor allem darin, die Kinder/Jugendlichen bei ihrer Bewältigung von angstbesetzten Themen und Gefühlszuständen zu unterstützen und ihre positiven Lebenskräfte zu stärken.

Es hilft zunächst, die unerträglichen Gefühle im erarbeiteten Kunstwerk aufgesaugt bzw. deponiert zu sehen. Die Entscheidung, wie viel der Patient sich davon wirklich bewusst machen will oder in der Arbeit belassen möchte, kann damit der Kontrolle des Patienten überlassen werden.

Auch wenn die kunsttherapeutische räumliche Situation in der Pädiatrischen Onkologie mit erheblichen Unwegsamkeiten auskommen muss, versuche ich dennoch einen geschützten Rahmen zu öffnen und zu halten. D.h. immer erneut einen nur den Patienten gehörenden Raum an Aufmerksamkeit, Einfühlung und Akzeptanz der entstehenden Gestaltung zu geben.

Eine kunsttherapeutische Begleitung nach dem Klinikaufenthalt bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit dem Patienten, trotz der häuslichen Isolationssituation kontinuierlich zu begleiten.

Dabei unterstütze ich als Kunstpsychotherapeutin die psychische Stabilisierung Ihres Kindes so lange, wie es nötig ist.


Termine nach Absprache
Dauer: 90 Minuten          

Kosten: 60,– EUR (inkl. MwSt.)                    
inklusive Material


Qualitätsabsicherung

Abschluss als Kunsttherapeutin und des Art Psychotherapy Diploma des Goldsmith Collegs der Londoner University